Zwerchfellschrittmacher-Implantationen
Seit 2007 führen wir in der DRK-Kinderklinik Siegen die Methode der Zwerchfellschrittmacher-Implantation als alternatives Verfahren zur maschinellen Dauerbeatmung durch.
Implantiert werden kann ein Zwerchfellschrittmacher (phrenic-nerve-stimulator = PNS) bei zentralen Störungen der Atmung, die angeboren oder erworben sein können, bei Verletzungen des Rückenmarks mit spinalen Schädigungen von C0 bis C3 durch Verletzungen, Tumor, Blutung, Infarkt oder Entzündung.
Ausschlusskriterien für eine solche Implantation sind:
- Umfangreiche cerebrale Ausfälle mit schwerwiegenden Hirnleistungsstörungen,
- ausgeprägte Lungenveränderungen sowie
- lebenslimitierende Erkrankungen.
Bevor eine Zwerchfellschrittmacher-Implantation erfolgen kann, werden im Rahmen eines 2- bis 3-tägigen Aufenthaltes die Intaktheit der Zwerchfellnerven (Nervi phrenici) überprüft sowie weitere klinische Untersuchungen durchgeführt.
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erfolgt der etwa 3-stündige operative Eingriff in Vollnarkose. Nach der Operation folgt eine ca. 2-wöchige Einheilungsphase in der Intensivstation der Kinderklinik. Hieran schließt sich die 4- bis 12-wöchige Stimulationsphase der Zwerchfellnerven und des Zwerchfellmuskels in der kinderinsel an.
Die Vorteile der PNS-Implantation sind in erster Linie in der physiologischen Atmung zu sehen. Die Langzeitbeatmungsschäden können hiernach deutlich minimiert werden. Ausgestattet mit solch einem Stimulationssystem sind die Patienten erheblich beweglicher und unabhängiger als mit einem herkömmlichen Heimbeatmungsgerät. Bei vielen Patienten kann der zuvor vorhandene Luftröhrenschnitt wieder verschlossen werden. Nicht sichtbare kleinste Geräteteile sowie eine in den meisten Fällen deutlich verbesserte Sprache ermöglichen den Patienten in vielen Fällen einen einfacheren Wiedereinstieg in die Gesellschaft.
Weitere Informationen zum Thema Zwechfellschrittmacher-Implantationen sind im Sekretariat Anästhesie erhältlich.
Telefon: 02 71 / 23 45 - 310







