Die normale Entwicklung - Luftdruck - Unterdruck

 

 

 

 

Interpleuraler Donders´scher Raum (rosa)

 

In der Schwangerschaft erhält das Ungeborene den notwendigen Sauerstoff über die Nabelschnur. Das ändert sich abrupt mit der Durchtrennung der Nabelschnur nach Geburt.

 

Der uns  umgebende atmosphärische Druck (normaler Luftdruck) bewirkt, dass die Luft durch Mund, Nase, Rachen, Kehlkopf und Bronchien in die Lunge des Neugeborenen gelangt. Die Lunge entfaltet sich. Mit ihr dehnt sich das elastische Lungengewebe. Zwerch-, Lungen- und Brustfell entfalten sich. Dadurch entsteht Spannung in der Lunge und im Raum zwischen Lungenaußen- und Lungeninnenwand (Interpleuraler Donders´scher Raum) wird gleichzeitig Unterdruck aufgebaut, bis beide zusammen den äußeren Luftdruck überwiegen. 

     

 

 

 

 

Der Unterdruck im Pleuraspalt (der Raum zwischen Lunge und Brustkorb = Donders´scher Raum) ermöglicht die Lungenatmung. Bricht der Unterdruck zusammen (z.B. durch Verletzung des Brustkorbes) kollabiert die Lunge. Die Atmung funktioniert nicht mehr. Der gleiche Unterdruck herrscht in der  Mundhöhle, sobald der Mund geschlossen ist. Ein muskuläres Gleichgewicht zwischen Gesichtsmuskulatur und Schluckmuskulatur stellt sich ein. Die Unterbrechung des intraoralen Unterdrucks führt zur Aufhebung des Kräftegleichgewichtes. 

Der Oberkiefer 

 

Der Oberkiefer bildet als tragendes Gerüst des Mittelgesichts mit seinen bedeckenden und ausfüllenden Weichteilen die Mund-, Nasen- und Rachenhöhlen. Die Weichteile verknüpfen die einzelnen Organe (Atmungsorgan, Riechorgan, Hörorgan, Kauorgan, Sprechorgan und Sprachorgan)  netzwerkartig miteinander, so dass jede Störung eines Teiles eine Beeinträchtigung der Funktionen der anderen bewirken kann. 

 

Wo die Stimme moduliert wird – das Ansatzrohr

 

Beim Ausströmen der Atemluft entsteht im Kehlkopf durch Vibrieren der Stimmlippen ein Ton. Mit dem ersten Schrei beginnt das Leben des Menschen in der Welt. Der ständige Druckausgleich bedarf kompetenter Ventilmechanismen zwischen den Mund-, Nasen- und Rachenräumen. 

 

Stimmbänder, Mund- und Nasenhöhlen sowie der Rachenraum, das Gesicht und seine angrenzenden Weichteile bringen den Ton zum Klingen. Dies wird als „Ansatzrohr“ bezeichnet. Durch Volumenveränderungen im Ansatzrohr verändert sich die Resonanz (Klang). Die menschliche Stimme ist das vielfältigste Instrument, das die  Natur hervorgebracht hat. 

 

Der Mund

 

Der Mund ist das „sozialste“ unserer Organe: Wir küssen, lachen, beißen und schreien!

 

Zwischen den Weichteilen der Lippen, der Zunge, des Gaumens und des Rachens wirken Ventilmechanismen, die den Druck des Luftstroms regulieren. Darüber hinaus bewirkt die Zunge durch Dehnung und Zusammenziehen die Entstehung von Unterdruck in der Mundhöhle, im Gaumengewölbe und im Rachen (Zungen-Saug-Pressdruck). 

     

 

 

 

 

Bei jedem Schlucken presst die Zunge mit einer Kraft von ca. 500 Gramm in das Gaumengewölbe, ca. 2000 mal pro Tag. Somit wirkt pro Tag eine Kraft von ca. 1 Tonne auf das Gaumengewölbe.

 

Der Unterdruck wird mit geringstem Energieaufwand erzeugt und aufrechterhalten. Er ist unter anderem Voraussetzung für normales Wachstum und Funktionieren von Schlucken, Atmen, Hören, Sprechen, Stimmklang, Sprache, Mimik, Ästhetik und Zungenlage. 

 

Um dieses feine Zusammenspiel zu ermöglichen, müssen Mund-, Nasen- und Rachenräume anatomisch richtig strukturiert sein. 

 

Die Nase

 

Etwa 12000 Liter Luft werden je Tag durch die Nase gesaugt, hierbei wird diese gereinigt, angewärmt und angefeuchtet – eine perfekte Klimakammer.

Abgesehen davon riechen und „schmecken“ wir mit der Nase.

 

Die Entstehung der Lippen-, Kiefer-, Gaumen- und Nasenfehlbildung

 

Die normale Kopf-, Gesichts- und Halsentwicklung kann bis zur zwölften Schwangerschaftswoche jederzeit durch äußere oder innere Ursachen gestört werden. 

 

 

Dann findet die Verschmelzung der gesichtsbildenden Anteile zur äußeren und inneren Nase mit Rachen sowie der Oberlippe und des Oberkiefers mit zahntragendem Fortsatz und Wange nur fehlerhaft statt.