Benötigt mein Kind eine Mund-Nasen-Trennplatte?

Da bei den meisten Kindern mit einer Lippen-, Kiefer-, Gaumen- und Nasenfehlbildung eine deutliche Öffnung von Mund zu Nase vorliegt und damit insbesondere Speisen leicht in die Nase eindringen können, eine gemischte Mund-Nasen-Atmung sowie eine fehlende Unterdruckbildung in der Mundhöhle vorliegt, ist die Anfertigung einer Mund-Nasen-Trennplatte sinnvoll. Sie verbessert die Platzierung der Zunge im Gaumengewölbe und kann das Schluckmuster verbessern.

Die Mund-Nasen-Trennplatte trennt temporär und provisorisch die Mundhöhle von der Nasenhöhle. Damit wird auch die Form des Kieferbogens verbessert. Die Ernährung wird erleichtert.

 

Die Mund-Nasen-Trennplatte sollte dabei nicht stören, sie sollte die Nasenatmung nicht beeinträchtigen und muss regelmäßig auf reizlose Passung kontrolliert werden. Kontrollen diesbezüglich sollten alle 6 bis 8 Wochen stattfinden.

 

Ab dem 1. Lebenstag ist es möglich, soweit notwendig, eine Mund-Nasen-Trennplatte einzugliedern. Hierfür ist ein Abdruck vom Oberkiefer notwendig, damit über ein Gipsmodell die kleine Kunststoffplatte angefertigt werden kann. Erfolgt der Abdruck im Laufe des früheren Vormittages, ist bis zum Nachmittag die Herstellung erfolgt und die Platte kann am selben Tag eingegliedert werden.

 

Da die Mund-Nasen-Trennplatte sich nicht an das Gaumengewölbe ansaugen kann, ist der Halt der Mund-Nasen-Trennplatte mit etwas handelsüblicher Haftcreme verbesserbar. Einmal täglich sollte die Platte aus dem Mund herausgenommen und gründlichst gereinigt werden. Ebenso ist einmal am Tag die gründliche Reinigung der Mundhöhle notwendig.

 

Wenn die Notwendigkeit zur Anfertigung einer Mund-Nasen-Trennplatte besteht, erfolgt die Versorgung des Kindes mit einer Mund-Nasen-Trennplatte bis zur 1. Operation, die etwa mit dem 6. Lebensmonat erfolgt. In diesem Zeitraum sind meist 2 bis 3 Mund-Nasen-Trennplatten erforderlich.