Spezielle Angebote

Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung

Immer mehr Säuglinge und Kleinkinder fallen durch übermäßiges Schreien, Probleme beim Ein- und Durchschlafen, Schwierigkeiten beim Essen, starkes Trotzen u.a. auf. Für Eltern können diese schwierigen Situationen eine große Belastung darstellen. In der Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung ("Schreiambulanz") entwickeln wir gemeinsam mit den Eltern Strategien zur Lösung ihrer Probleme mit dem Kind.

Unsere Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung wurde bereits im Jahr 2005 als ein spezialisiertes Angebot des Sozialpädiatrischen Zentrums (Kinderärzte und Heilpädagogen) eingerichtet. Unser Beratungsangebot richtet sich an Eltern und ihre Säuglinge oder Kleinkinder im Alter von wenigen Wochen bis zum 3. Lebensjahr.

Betreuung

Im Rahmen unserer Arbeit beraten wir Eltern, deren Kinder

  • exzessiv schreien,
  • Ein- oder Durchschlafprobleme haben,
  • Fütter- oder Essprobleme zeigen,
  • heftig klammern,
  • sehr stark trotzen,
  • durch aggressiv-oppositionelles Verhalten auffallen

Um eine Beratung der Eltern, deren Kinder von den oben genannten Problemen betroffen sind, aufzunehmen, ist die subjektiv empfundene Belastung der Eltern ausschlaggebend. Patient ist nicht ein Elternteil oder das Kind, sondern die Beziehung zwischen Eltern und Kind.

Eine Betreuung durch unsere Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung beinhaltet

  • die kinderärztliche (pädiatrische) Untersuchung,
  • ein Erstgespräch über das kindliche Problemverhalten,
  • eine Verhaltensbeobachtung der Eltern-Kind-Interaktion,
  • eine entwicklungspsychologische Beratung der Eltern über den kindlichen Entwicklungsverlauf,
  • Vorschläge für erste Maßnahmen zur Bewältigung der Krise.

Weitere Termine können vereinbart werden. Unser spezialisiertes interdisziplinäres Angebot ermöglicht bei Bedarf andere Professionen wie z.B. Physiotherapeuten, Logopäden oder unseren Sozialen Dienst hinzuzuziehen.

Kontakt und Ansprechpartnerinnen:

Susanne Lüttchens, 
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin im Sozialpädiatrischen Zentrum

Susanne Maas-Eckmann,
Dipl.-Pädagogin, Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beraterin

Kontakt zu uns können Sie montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr über die Anmeldung des Sozialpädiatrischen Zentrums aufnehmen.

Telefon: 02 71 / 23 45-347 oder -227
Oder über Zentrale: 02 71 / 23 45-0

Vojta

Die von Prof. Dr. Václav Vojta entwickelte Methode zur Untersuchung und Behandlung von neurologisch erkrankten Säuglingen, Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen wird seit Jahrzehnten in unserem Zentrum erfolgreich angewandt. 

Das Prinzip der Reflexlokomotion nach Vojta sowie weitere Elemente der Diagnostik und Therapie findet Anwendung insbesondere bei jungen Kindern mit zentralen Koordinationsstörungen, bei Patienten mit Cerebralparese, Bewegungsstörungen nach Hirnblutung, Schädel-Hirn-Trauma und kindlichen Schlaganfällen. 

Die Vojta-Therapeuten unseres Zentrums verfügen über umfangreiche Erfahrung in der neuroorthopädischen Hilfsmittelversorgung und multimodaler Behandlung schwer-mehrfachbehinderter sowie langzeitbeatmeter Patienten.

Unser SPZ ist seit 1980 anerkanntes Ausbildungszentrum der Internationalen Vojta Gesellschaft e.V. In der Abteilung für Entwicklung und Rehabilitation werden Fort- und Weiterbildungen in der Diagnostik und Therapie nach Vojta durchgeführt. Patienten aus dem In- und Ausland werden hier zur Mitbehandlung nach der Vojta-Methode vorgestellt. Auch der Sitz und die Geschäftsstelle der Internationalen Vojta Gesellschaft e.V. befinden sich an der DRK-Kinderklinik Siegen.

Triple P: Elterntraining positiver Erziehungsfertigkeiten

In unserem Elterngruppentraining in Anlehnung an Triple P vermittelt ein zertifizierter Triple P-Trainer hilfreiche und bewährte Erziehungsfertigkeiten. Die enge Verbindung von Theorie und Praxis fördert die Übertragbarkeit der erworbenen Erziehungstechniken in den Alltag und ermöglicht dauerhafte Veränderungen. 

Inkonsequente Erziehung und Probleme im Zusammenspiel von Eltern und Kind können einen negativen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern nehmen. Denn Kinder mit Verhaltensproblemen haben ein erhöhtes Risiko psychischer Störungen im Jugend- und Erwachsenenalter, bei einem häufig eskalierenden Teufelskreis aus Erziehungsfehlern, Hilflosigkeit und Beziehungskonflikten der Eltern.  

Um Erziehungs- und Verhaltensproblemen entgegenzutreten, hat sich eine vorbeugende Arbeitsweise bewährt. Lerntheoretisch fundierte Elterntrainings sind nachweislich hilfreiche Maßnahmen zur Steigerung allgemeiner erzieherischer Fertigkeiten, als Hilfe bei alltäglichen Erziehungsproblemen, Krisen im Zusammenleben und Verhaltensstörungen. 

In unserem Elternkurs geht es um:

  • Informationsvermittlung zur Entstehung und Aufrechterhaltung kindlichen Verhaltens,
  • Beobachtung und Beschreibung des kindlichen Verhaltens, von Interaktionen und den Situationen, in denen Problemverhalten auftritt,
  • Förderung positiver Interaktionen (Beziehung) und Gestaltung eines förderlichen Umfeldes,
  • Aufbau von angemessenem Verhalten (Verstärkerpläne), 
  • Strategien zum Abbau von Problemverhalten und Vermittlung von Selbstmanagementfertigkeiten.

Ziel ist es, dass die Eltern im Training selbst Lösungen finden bzw. mit möglichst wenig Hilfe durch den Trainer zu diesen hingeführt werden. Dabei wird auf modellhaftes Verhalten in Videos zurückgegriffen. Ihr Erziehungsverhalten können die Eltern in unserem Kurs aktiv üben.

Überblick zu den Triple P-Erziehungsstrategien

  • Eine gute Beziehung zu Ihrem Kind fördern und stärken,
  • wertvolle Zeit mit Ihrem Kind verbringen,
  • mit Ihrem Kind kommunizieren,
  • Zuneigung zeigen.

Angemessenes Verhalten fördern

  • Ihr Kind loben,
  • Ihrem Kind Aufmerksamkeit schenken,
  • für anregende Beschäftigungen sorgen,
  • Ablaufpläne einsetzen. 

Neue Fertigkeiten und Verhaltensweisen beibringen

  • Ein gutes Vorbild sein,
  • beiläufiges Lernen,
  • Fragen-Sagen-Tun,
  • Punktekarte gebrauchen.

Mit Problemverhalten umgehen

  • Klare Familienregeln aufstellen,
  • direktes Ansprechen bei Nichtbeachtung von Regeln,
  • absichtliches Ignorieren,
  • klare, ruhige Anweisungen geben,
  • logische Konsequenzen,
  • stille Zeit und Auszeit.

Die Wirksamkeit von Triple P ist in vielen Studien nachgewiesen. Sowohl durch Eltern- oder Lehrerurteile als auch durch Verhaltensbeobachtungen etc. lässt sich eine deutliche Reduzierung von aufsässigem und aggressivem Verhalten nachweisen. Es kommt zu einer Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung und einer Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion. Diese Ergebnisse sind nach einem Jahr noch nachweisbar.  

Voraussetzung des Erfolges sind eine gemeinsame Problemdefinition, ein gemeinsames Ursachenverständnis des Problems und die Erkenntnis seitens der Eltern, dass ein Zusammenhang zwischen dem eigenen und dem Verhalten des Kindes besteht. Die Eltern sollten zur Mitarbeit bereit sein und ein Interesse an Veränderung haben.

Zielgruppe

Unser Kurs richtet sich an Eltern bzw. Familien, die bereits in unserer Kinderklinik oder unserem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) bekannt sind und bei denen der Wunsch besteht, Ihre Erziehungsfertigkeiten zu verbessern oder zu erweitern – auch wenn bislang noch keine größeren Verhaltenauffälligkeiten bei den Kindern aufgetreten sind. Triple P ist ebenfalls geeignet bei Verhaltensauffälligkeiten, die noch nicht den Charakter von klinisch bedeutsamen Störungen erreichen. Auch Eltern von Kindern mit ADHS hilft das Programm. Die größte Wirksamkeit von Triple P ist für Kindergarten- und Vorschulkinder belegt, grundsätzlich reicht die Altersspanne vom 2. bis zum 12. Lebensjahr.

Ablauf

Das Triple P-Elterngruppentraining besteht aus fünf 2-stündigen, wöchentlichen Gruppensitzungen. Danach folgen im Abstand einer Woche vier 20-minütige, individuelle Telefonkontakte zur Festigung der Techniken und individuellen Beratung. Damit die Qualität der Kurse gewährleistet ist, dürfen Triple P-Kurse nur von lizenzierten Trainern angeboten werden. 

Anmeldung

Der Triple P-Kurs richtet sich an Eltern von Kindern, die bereits in unserer Kinderklinik oder unserem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) betreut werden. Einer unserer Kinderärzte stellt den Bedarf fest, empfiehlt das Training, setzt den Namen des Kindes auf die Liste möglicher Teilnehmer und befürwortet die Teilnahme im Brief an den Kinderarzt. Sobald ein neuer Kurs beginnt, werden die Eltern eingeladen. 

Kosten

Die Kosten für Ihre Teilnahme an Triple P werden durch Überweisung Ihres Kinderarztes an das SPZ abgedeckt.

Ansprechpartner/Kontakt

Wenn Sie Fragen haben oder an unserer Schulung teilnehmen möchten, rufen Sie uns an!

Anke Wunderlich
Systemische Therapeutin (DGSF) / Heilpädagogin, Triple-P/Stepping Stones-Practitioner
Telefon: 02 71 / 23 45-348