
Triple P: Elterntraining positiver Erziehungsfertigkeiten
In unserem Elterngruppentraining in Anlehnung an Triple P vermittelt ein zertifizierter Triple P-Trainer hilfreiche und bewährte Erziehungsfertigkeiten. Die enge Verbindung von Theorie und Praxis fördert die Übertragbarkeit der erworbenen Erziehungstechniken in den Alltag und ermöglicht dauerhafte Veränderungen.
Inkonsequente Erziehung und Probleme im Zusammenspiel von Eltern und Kind können einen negativen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern nehmen. Denn Kinder mit Verhaltensproblemen haben ein erhöhtes Risiko psychischer Störungen im Jugend- und Erwachsenenalter, bei einem häufig eskalierenden Teufelskreis aus Erziehungsfehlern, Hilflosigkeit und Beziehungskonflikten der Eltern.
Um Erziehungs- und Verhaltensproblemen entgegenzutreten, hat sich eine vorbeugende Arbeitsweise bewährt. Lerntheoretisch fundierte Elterntrainings sind nachweislich hilfreiche Maßnahmen zur Steigerung allgemeiner erzieherischer Fertigkeiten, als Hilfe bei alltäglichen Erziehungsproblemen, Krisen im Zusammenleben und Verhaltensstörungen.
In unserem Elternkurs geht es um:
- Informationsvermittlung zur Entstehung und Aufrechterhaltung kindlichen Verhaltens,
- Beobachtung und Beschreibung des kindlichen Verhaltens, von Interaktionen und den Situationen, in denen Problemverhalten auftritt,
- Förderung positiver Interaktionen (Beziehung) und Gestaltung eines förderlichen Umfeldes,
- Aufbau von angemessenem Verhalten (Verstärkerpläne),
- Strategien zum Abbau von Problemverhalten und Vermittlung von Selbstmanagementfertigkeiten.
Ziel ist es, dass die Eltern im Training selbst Lösungen finden bzw. mit möglichst wenig Hilfe durch den Trainer zu diesen hingeführt werden. Dabei wird auf modellhaftes Verhalten in Videos zurückgegriffen. Ihr Erziehungsverhalten können die Eltern in unserem Kurs aktiv üben.
Überblick zu den Triple P-Erziehungsstrategien
- Eine gute Beziehung zu Ihrem Kind fördern und stärken,
- wertvolle Zeit mit Ihrem Kind verbringen,
- mit Ihrem Kind kommunizieren,
- Zuneigung zeigen.
Angemessenes Verhalten fördern
- Ihr Kind loben,
- Ihrem Kind Aufmerksamkeit schenken,
- für anregende Beschäftigungen sorgen,
- Ablaufpläne einsetzen.
Neue Fertigkeiten und Verhaltensweisen beibringen
- Ein gutes Vorbild sein,
- beiläufiges Lernen,
- Fragen-Sagen-Tun,
- Punktekarte gebrauchen.
Mit Problemverhalten umgehen
- Klare Familienregeln aufstellen,
- direktes Ansprechen bei Nichtbeachtung von Regeln,
- absichtliches Ignorieren,
- klare, ruhige Anweisungen geben,
- logische Konsequenzen,
- stille Zeit und Auszeit.
Die Wirksamkeit von Triple P ist in vielen Studien nachgewiesen. Sowohl durch Eltern- oder Lehrerurteile als auch durch Verhaltensbeobachtungen etc. lässt sich eine deutliche Reduzierung von aufsässigem und aggressivem Verhalten nachweisen. Es kommt zu einer Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung und einer Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion. Diese Ergebnisse sind nach einem Jahr noch nachweisbar.
Voraussetzung des Erfolges sind eine gemeinsame Problemdefinition, ein gemeinsames Ursachenverständnis des Problems und die Erkenntnis seitens der Eltern, dass ein Zusammenhang zwischen dem eigenen und dem Verhalten des Kindes besteht. Die Eltern sollten zur Mitarbeit bereit sein und ein Interesse an Veränderung haben.
Zielgruppe
Unser Kurs richtet sich an Eltern bzw. Familien, die bereits in unserer Kinderklinik oder unserem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) bekannt sind und bei denen der Wunsch besteht, Ihre Erziehungsfertigkeiten zu verbessern oder zu erweitern – auch wenn bislang noch keine größeren Verhaltenauffälligkeiten bei den Kindern aufgetreten sind. Triple P ist ebenfalls geeignet bei Verhaltensauffälligkeiten, die noch nicht den Charakter von klinisch bedeutsamen Störungen erreichen. Auch Eltern von Kindern mit ADHS hilft das Programm. Die größte Wirksamkeit von Triple P ist für Kindergarten- und Vorschulkinder belegt, grundsätzlich reicht die Altersspanne vom 2. bis zum 12. Lebensjahr.
Ablauf
Das Triple P-Elterngruppentraining besteht aus fünf 2-stündigen, wöchentlichen Gruppensitzungen. Danach folgen im Abstand einer Woche vier 20-minütige, individuelle Telefonkontakte zur Festigung der Techniken und individuellen Beratung. Damit die Qualität der Kurse gewährleistet ist, dürfen Triple P-Kurse nur von lizenzierten Trainern angeboten werden.
Anmeldung
Der Triple P-Kurs richtet sich an Eltern von Kindern, die bereits in unserer Kinderklinik oder unserem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) betreut werden. Einer unserer Kinderärzte stellt den Bedarf fest, empfiehlt das Training, setzt den Namen des Kindes auf die Liste möglicher Teilnehmer und befürwortet die Teilnahme im Brief an den Kinderarzt. Sobald ein neuer Kurs beginnt, werden die Eltern eingeladen.
Kosten
Die Kosten für Ihre Teilnahme an Triple P werden durch Überweisung Ihres Kinderarztes an das SPZ abgedeckt.
Ansprechpartner/Kontakt
Wenn Sie Fragen haben oder an unserer Schulung teilnehmen möchten, rufen Sie uns an!
Anke Wunderlich
Systemische Therapeutin (DGSF) / Heilpädagogin, Triple-P/Stepping Stones-Practitioner
Telefon: 02 71 / 23 45-348
Frühförderung
Die Beratung, Anleitung und Unterstützung von Familien mit unterschiedlichsten Herausforderungen erfordert die Bereitstellung vielfältiger Angebote auf mehreren Ebenen:
- Spielen und Lernen,
- Hören und Sehen,
- Tasten und Fühlen,
sind so alltäglich und manchmal doch so neu, schwierig und spannend - für Eltern und Kind.
Dazu bieten wir Räume, Materialien und Knowhow vor Ort, bei Bedarf auch im Wohn- und Lebensumfeld der Familien.
Dabei sind die an den "frühen Hilfen" beteiligten Kooperationspartner in Stadt und Kreis mit unseren Angeboten bestens vertraut und stellen bei Bedarf auch den Kontakt her.
Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung
Immer mehr Säuglinge und Kleinkinder fallen durch übermäßiges Schreien, Probleme beim Ein- und Durchschlafen, Schwierigkeiten beim Essen, starkes Trotzen u.a. auf. Für Eltern können diese schwierigen Situationen eine große Belastung darstellen. In der Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung ("Schreiambulanz") entwickeln wir gemeinsam mit den Eltern Strategien zur Lösung ihrer Probleme mit dem Kind.
Unsere Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung („Schreiambulanz“) wurde bereits im Jahr 2005 als ein spezialisiertes Angebot des Sozialpädiatrischen Zentrums eingerichtet. Unser Beratungsangebot richtet sich an Eltern und ihre Säuglinge oder Kleinkinder im Alter von wenigen Wochen bis zum 3. Lebensjahr.
Betreuung
Im Rahmen unserer Arbeit beraten wir Eltern, deren Kinder
- exzessiv schreien,
- Ein- oder Durchschlafprobleme haben,
- Fütter- oder Essprobleme zeigen,
- heftig klammern,
- sehr stark trotzen,
- durch aggressiv-oppositionelles Verhalten auffallen.
Um eine Beratung der Eltern, deren Kinder von den oben genannten Problemen betroffen sind, aufzunehmen, ist die subjektiv empfundene Belastung der Eltern ausschlaggebend. Patient sind nicht Eltern oder Kind, sondern die Beziehung zwischen Eltern und Kind.
Eine Betreuung durch unsere Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beratung beinhaltet
- die kinderärztliche (pädiatrische) Untersuchung,
- ein Erstgespräch über das kindliche Problemverhalten,
- eine Verhaltensbeobachtung der Eltern-Kind-Interaktion,
- eine entwicklungspsychologische Beratung der Eltern über den kindlichen Entwicklungsverlauf,
- Vorschläge für erste Maßnahmen zur Bewältigung der Krise.
Weitere Termine können vereinbart werden. Unser spezialisiertes interdisziplinäres Angebot ermöglicht bei Bedarf andere Professionen wie z.B. Physiotherapeuten, Logopäden oder unseren Sozialen Dienst hinzuzuziehen.
Kontakt und Ansprechpartnerinnen:
Susanne Lüttchens,
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin im Sozialpädiatrischen Zentrum
Susanne Maas-Eckmann,
Dipl.-Pädagogin, Eltern-Säuglings-Kleinkind-Beraterin
Kontakt zu uns können Sie montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr über die Anmeldung des Sozialpädiatrischen Zentrums aufnehmen.
Telefon: 02 71 / 23 45-347 oder -277
(Eltern)-Kind-Gruppen.
Mit Eltern altersgleicher Kinder im Gespräch sein, sich austauschen und unter fachlicher Anleitung alltagsrelevante Förderstrategien erarbeiten - das bietet unsere Krabbelgruppe für Kinder mit Down-Syndrom. Hier fühlen sich viele Familien so wohl, dass über das reguläre Ende des Gruppenangebotes hinaus langfristige Kontakte entstehen.
