Geschichte

Vom Säuglingsheim zur hoch spezialisierten Fachklinik für Kinder- und Jugendmedizin – fast 100 Jahre DRK-Kinderklinik Siegen.

Am 15. Juli 1918 wurde durch die Ortsgruppe Siegen des "Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz" in der Siegener Grabenstraße eine Kinderkrippe gegründet – die Keimzelle der heutigen DRK-Kinderklinik Siegen. Schon 1919 erfolgte die Umwandlung in ein Säuglingsheim. Dieses wurde über einige Jahre zunächst durch praktische Ärzte betreut, bevor im Mai 1925 die staatliche Anerkennung als "Krankenanstalt für Säuglinge und Kleinkinder" verliehen wurde. Schon nach kurzer Zeit reichten die Räumlichkeiten in der Altstadt nicht mehr aus, so dass sich der DRK-Ortsfrauenverein Siegen im Jahr 1932 trotz der verheerenden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zum Bau eines neuen Kinderkrankenhauses am Wellersberg entschloss. Am 4. Juli 1934 wurde es feierlich eingeweiht.

Schnell erwies sich das für 38 Patienten eingerichtete Krankenhaus als viel zu klein. Im Durchschnitt wurden dort fast immer 60 Patienten versorgt. Die Inbetriebnahme eines ersten Erweiterungsbaus mit drei neuen Stationen und insgesamt 110 Betten musste allerdings bis zum Jahr 1955 warten: Bedingt durch einen schweren Luftangriff während des zweiten Weltkrieges im Jahr 1944 wurde auch die Kinderklinik stark beschädigt. Daher wurde auf dem Klinikgelände zunächst ein unterirdischer Bunker gebaut, in den der gesamte klinische Betrieb verlegt und dort behelfsmäßig aufrecht erhalten wurde.

Der zweite Erweiterungsbau der DRK-Kinderklinik Siegen wurde schließlich im Jahr 1965 eingeweiht. Die dritte Erweiterung folgte nur drei Jahre später, pünktlich zum 50jähigen Jubiläum der Klinik. Die Aufnahmekapazität des Hauses lag zu diesem Zeitpunkt bei 163 Patienten.

Um eine möglichst komplette fachärztliche Betreuung der Kinder und Jugendlichen unserer Region, auch im Bereich Sozialpädiatrie sicherzustellen, wurde am 1. Mai 1973 das ambulant tätige Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) feierlich eröffnet.

Im November desselben Jahres kam im stationären Bereich die neue kinderchirurgisch/urologische Abteilung hinzu. Im Januar 1974 fiel der Startschuss für die hauptamtliche Anästhesie- und Intensivabteilung und im Juli 1975 nahm die neuropädiatrische Abteilung ihre Arbeit auf. Damit war die Siegener Kinderklinik innerhalb weniger Jahre zu einem überregionalen Behandlungszentrum für Kinder und Jugendliche mit insgesamt 163 Betten gereift. 1981 folgte schließlich die Eröffnung der neuen Intensivstation, aufgestockt auf den 1968 errichteten Baukörper.

Eine weitere wesentliche Änderung wurde ebenfalls im März 1981 vollzogen: Die Trägerschaft unserer Kinderklinik, die bis dahin allein auf den Schultern des DRK-Frauenvereins Siegen e. V. lastete, wurde an die DRK-Kinderklinik Siegen gGmbH mit den Gesellschaftern DRK-Frauenverein Siegen e. V., DRK-Kreisverband Siegerland e. V. und DRK-Landesverband Westfalen-Lippe e. V. übergeben.

Weitere Überlegungen zum Ausbau unserer Kinderklinik waren in den folgenden Jahren allein aufgrund des äußerst begrenzten Raumangebotes und der knappen Grundstücksflächen am Wellersberg nicht umsetzbar. Erst der Abzug der belgischen Streitkräfte aus Siegen in den 1990er Jahren ermöglichte den Kauf des Geländes in unmittelbarer Nachbarschaft der Klinik in den Jahren 2000 bis 2003.

Der Spatenstich im Juli 2003 war der Startschuss für das umfangreichste Bauprojekt in der Geschichte der DRK-Kinderklinik Siegen. Weitreichende Neu-, An- und Umbaumaßnahmen wurden durchgeführt, ermöglichten die Gründung neuer Leistungsbereiche und sorgten dafür, dass unsere Kinderklinik heute die warme, farbenfrohe, kinder- und familienfreundliche Atmosphäre ausstrahlt, für die man uns kennt. Auch unsere fortschrittliche Stationsstruktur mit altersbedingter Unterbringung der Patienten wurde erst durch diese Neu- und Umbaumaßnahmen möglich.

Die ersten neuen Gebäude und Unternehmensbereiche wurden im Juni 2005 in Betrieb genommen. Es handelte sich um die kinderinsel, eine Intensivstation mit Wohncharakter für langzeitbeatmete Kinder und Jugendliche, die Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und den Neubau des Sozialpädiatrischen Zentrums. Am 16. September desselben Jahres fand schließlich die offizielle Einweihungsfeier der Erweiterungs- und Neubauten des Hauptgebäudes inklusive neuem Haupteingang und neuer zentraler Aufnahme statt.

 Als Folge eines massiven Wasserschadens haben wir im 1. Halbjahr 2015 unseren 600 qm großen OP-Bereich komplett renoviert und auf den neuesten technischen Stand gebracht. in drei hochmodernen OP-Sälen mit neuester Infrastruktur können nun Patienten jedes Alters und aller Gewichtsklassen optimal versorgt werden.

Anfang 2017 besuchte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Klinik und machte gemeinsam mit Mitgliedern der Betriebsleitung einen Rundgang durch verschiedenste Abteilungen. Im Gespräch mit dem Minister erörterte man u.a. die Herausforderungen aufgrund des aktuellen DRG-Systems, aber auch solche Punkte wie etwa die schwierige Personalsituation im ländlich strukturierten Raum.